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Zum Titel „Erklär mir Liebe“ hat die Aids-Hilfe St.Gallen zu einer Ausstellung im Bahnhofsgebäude St.Gallen eingeladen.

Unterschiedliche Sujets, von innigen Küssen bis zu eindeutigen sexuellen Handlungen, die aus dem Internet heruntergeladen wurden sind in Scheiben mit Bügelperlen umgesetzt. Die grobe Rasterung lässt den Bildinhalt nicht sofort entschlüsseln – die Scheiben werden als kindliche Bastelarbeit gelesen. Mit Distanz und unscharfem Blick werden die Scheiben plötzlich zu Bildträgern von pornorafischen Szenen. Durch das gegenseitige Erklären der Betrachtenden was sie in den Scheiben erkennen ergibt sich ein Gespräch über Sexualität und Liebe.

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Im Zeitalter von Aids hat Sexualität nicht zufällig das Internet erobert. Risikolos sind hier private Bilder weltweit verfügbar, losgekoppelt vom ehemaligen Ursprung. Fragmente von Körperbildern aus dem Internet werden hier als Struktur für Wandbilder verwendet. In gespiegelten Vierpassmustern verlieren sie ihre direkte Körperlichkeit und werden zu verfügbaren abstrakte Bildzeichen, die sich ganz traditionell als Tapetenmuster für die Auskleidung eines Raumes eignen. Erst die Nahsicht macht aus dem schönen Raum einen durchaus körperlichen und zwingt die Betrachtenden zu emotionaler Nähe, der sie sich ursprünglich durch die Abstraktheit des Musters zu entkommen hofften. Private und öffentliche Bilder werden verbunden, insofern ein Ausstellungsraum öffentlich ist und die Internetbilder als Private gedacht sind.

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