museumsnacht 2004

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Künstlerische Landebahn am 11. September im St. Galler Stadtraum

Der St. Galler Künstler Frank Keller realisiert für die erste St. Galler Museumsnacht eine umfassende Installation, die sich über den gesamten Stadtraum erstreckt. Rote, blinkende Positionslichter signalisieren in luftiger Höhe: Hier steht eine Institution im Dienste der Kultur. Eine fiktive Landebahn zieht sich durch das Tal vom Tröckneturm bis zum Kulturquartier als ein Stück visuelle Bezeichnung, als kulturelle Geografie.

Der Titel „11. September“ spielt offen mit dem Datum der Veranstaltung, das bekanntlich nach den Anschlägen von 2001 als traumatische Zahl in der westlichen Welt präsent ist. Durch die friedliche Intervention von Keller findet eine Überschreibung dieser Erinnerung statt. Der 11. September 2004 steht unter anderem für ein rot blinkendes St. Gallen, das möglicherweise auch Fluggäste aus luftiger Höhe bestaunen werden.

Rot blinkende Lampen haben jedoch auch immer eine Warnfunktion. Den rot markierten Kulturinstitutionen ist besondere Beachtung zu schenken (auch wenn von ihnen keine Gefahr ausgeht). Es sind lebendige Orte, pulsierende Zentren, die im Rhythmus miteinander um die Wette blinken. Die Gesamtheit der „Warnlampen“ ist die Summe der unermesslichen Eindrücke, die Besucher an der Museumsnacht sammeln können. Sie landen, von den Positionslichtern geleitet, in einer anderen Sphäre, jene der Kunst und Kultur, die in einer Zeit gesellschaftlicher Verunsicherung als mögliche Sinnstifterin besondere Bedeutung zukommt.

Gianni Jetzer

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